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Nachbar|schafft|Gorbitz

„Denn es ist auch deine Sache, wenn die Wohnung deines Nachbarn brennt.“ Der römische Dichter Horaz zeigt in dieser Sentenz, dass die Belange unseres Nachbarn nicht losgelöst vom eigenen Dasein zu betrachten sind und wir in dieser Gemeinschaft füreinander Verantwortung zeigen müssen. Diese Verantwortung wird vor eine harte Probe gestellt, besonders wenn sich große Veränderungen in der kommunalen Zusammensetzung ergeben, wie in den letzten Jahren in Gorbitz.
Vor Ort ist in den letzten Jahren ein sehr dynamischer Wandel im Wohngebiet um den Kindertreff Puzzle herum zu beobachten. Durch die Zuweisung von Asylsuchenden in dezentraler Unterbringung gab es erste große Veränderungen in der Zusammensetzung der Bevölkerung. Viele Familien, die ihre Anerkennung erhalten haben, blieben dann hier im Wohngebiet und neue Familien kamen weiterhin dazu.
Wegen dieser neuen Situation haben die Sozialpädagog*innen des Kindertreffs das Projekt „Nachbar|schafft|Gorbitz“ ins Leben gerufen, das vor allem mit Begegnungen Möglichkeiten des gegenseitigen Kennenlernens und der politischen und gemeinschaftlichen Teilhabe schaffen möchte. Alle Familien des Stadtteils (egal ob schon länger oder erst kurz da wohnend) sind eingeladen, sich regelmäßig zu treffen, sich kennen zu lernen und sich auszutauschen.

Dafür gibt es verschiedene Angebote, die von Seiten des Kindertreffs gemacht werden:
Bei einer Familienfahrt im Sommer in die Umgebung von Dresden konnten sich in einer Woche Familien mit und ohne Migrationshintergrund kennenlernen.

Einmal im Monat werden Ausflüge für die Familien des Stadtteils angeboten, die in der näheren Umgebung stattfinden. Die Ausflüge werden auch von den Bewohnern selbst in Organisationsrunden initiiert. Dies stärkt die Bürgerbeteiligung und führt zu einem verstärkten Identifikationspotential mit der Nachbarschaft. Museen und Theater werden genauso besucht wie Schwimm-Bäder und der Zoo.

Zwei Mal im Jahr organisiert der Kindertreff ein großes Straßen- oder Hinterhof-Fest, zu dem alle Bewohner des Wohngebietes eingeladen sind. Sie können dabei nicht nur gemeinsam feiern, sondern sich auch inhaltlich beteiligen und selbst Stände und Aktionen gestalten. Ohne diese große nachbarschaftliche Eigenleistung wäre das Fest nicht zu stemmen. Dies sind die ersten Schritte einer Entwicklung, die darin münden sollte, dass das Projekt überflüssig wird, denn an jenem ideellen Ort ist man sich seiner Verpflichtung am Nachbarn bewusst und weiß um dessen Rolle am eigenen guten Leben.

Josef Rapaj, Projektleiter

Downloads:

Anmeldung zur Teilnahme am Tagesausflug Einsiedel

Einladung zur Besprechung Herbstfest 2017

Programm Nachbar SCHAFT Gorbitz Juli - Sept. 2017