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Wie lang sind 100 Jahre?

In Vorbereitung auf den 100. Geburtstag unseres Hauses, den wir im Juni 2014 feiern wollten, haben wir mit den Kindern versucht, diese große Zahl fassbar zu machen.
Mit der Menge wurde gespielt (100 Bausteine, 100 Klammern...), es wurden Baumringe gezählt und Baumumfänge gemessen. Mit einem 100-cm-Maßband haben sich die Kinder selbst vermessen. Die Summe des Alters der Kinder sollte 100 ergeben - wieviele Kinder müssen sich dazu stellen?
Auch im Dorfkern waren wir unterwegs und haben uns alte Häuser angesehen, die 100 Jahre und älter sind.

Wie lebte und arbeitete man damals?

Wie haben eigentlich die Menschen damals gelebt? Das wollten wir auch erkunden.
Dafür hat uns Anke Günther, eine ehemalige Erzieherin im Kindergarten besucht und hat mit den Kindern im Garten gefilzt. Mit Wolle und Seife sind dabei Haarbänder, Armbänder und Schnüre in allen Farben entstanden.
Bei Ankes nächstem Besuch haben die Kinder dann Papier schöpfen können. Dabei werden kleine Papierreste in Wasser aufgeweicht und dann mit einem Rahmen geschöpft. Nach dem Trocknen wird das "Blatt" in einer Presse ausgedrückt und die Papierfasern verbinden sich zu festem Papier. Aus den Papieren wurden Glückwunschkarten gebastelt, die auf dem Basar zum Festjubiläum verkauft wurden.

Zu unserem Ausflug zum Kindertag sind wir zum Bauernhofmuseum in Reitzendorf gefahren, wo wir erfuhren, wie man vor 100 Jahren die Wäsche gewaschen hat. Mit Schürzen angetan haben die Kinder die Wäsche mit Waschbrettern geschrubbt, nachdem sie sich das Wasser aus dem Brunnen erst mal schöpfen mussten. Die Wäsche wurde dann gespült und danach durch die Mangel gezogen. Mit alten Wäscheklammern konnte die Wäsche dann aufgehangen oder auf der Wiese liegend gebleicht werden.

In fast jedem Kinderzimmer gibt es heute einen Kassetten-Rekorder oder CD-Player. Das war früher nicht üblich. Musik hörte man selten, es war mit mehr Aufwand verbunden. Aber wie war das eigentlich damals?
Eine Mutti brachte uns ein altes Grammophon mit, was die Kinder bestaunen konnten. Da passt also Musik auf diese schwarze Platte? Und die Ndael kratzt darauf herum und dann kommt plötzlich Musik? Na, so was...
Und die Mädchen spielten damals vor allem mit Puppen - auch solch ein altes Exemplar war an dem Tag mit zu Besuch und wurde ausgiebig bestaunt.

Bunte Zaunslatten für das Fest

Gibt es Leute, die 100 Jahre alt sind? Klar, die gibt es auch hier!
Aus dem Seniorenheim aus Pesterwitz hat uns eine 91jährige Dame besucht, die ja immerhin fast 100 Jahre alt ist. Die Kinder waren sehr neugierig und wollten wissen, wie das Leben damals als Kind war: Womit hat sie gespielt? Welche Sachen trug sie? Was hat sie gegessen? Gab es Süßigkeiten?
Freudig gab sie Auskunft und durfte dann zum Abschluss die 91. Zaunslatte unseres langen Gartenzauns bemalen.
Ihr folgten dann viele Kinder und Eltern, die unseren Zaun verschönerten - es sind wahre Kunstwerke entstanden. Für jede bemalte Zaunslatte wurde ein Geld gespendet und damit konnten wir unser Fest am 14. Juni 2014 feiern.

Der Höhepunkt: Das Fest zum 100. Geburtstag

Nach all diesen intensiven Vorbereitungen konnte das Fest ja nur noch schön werden - und das wurde es auch, trotz Regen.

Bei einem kleinen Programm haben zuerst die Kinder gesungen und nach einer kleinen Rede dann auch die Erwachsenen. Dieses Lied haben die Erzieher selbst gedichtet und natürlich selbst vorgetragen.
Zu einem Geburtstag gehören natürlich auch Geschenke - die Kinder bekamen einen Wasserspielplatz, der dann auch gleich eingeweiht wurde.
Der Nachmittag verging mit Puppenspiel, Kinderschminken, Feuerwehr-Aktionen, Blumenkränze-Binden, Motorrad-Fahren im Anhänger über das Feld, Basar mit von den Kindern selbst gebastelten Dingen. Auch für das leibliche Wohl war gesorgt: es gab Kaffee und Kuchen, Bratwurst und Gulaschsuppe.

Am Abend spielte die Band TONSTAUB und der Tag klang damit am Lagerfeuer aus.