anstiften
bewegen
ermutigen
entfalten
annehmen

Handlungsleitlinien der KiTa „Gorbitzer Früchtchen“

Präambel

„Erzähle mir und ich vergesse.
Zeige mir und ich erinnere.
Lass es mich tun und ich verstehe!“

Konfuzius

Der Ausspruch von Konfuzius ist unser Leitgedanke für die pädagogische Arbeit mit den Kindern. Unsere Kita ist ein Ort, wo Kinder in ihrer Einzigartigkeit angenommen und respektiert werden. Sie finden Bedingungen für ein ganzheitliches Lernen vor, um sich mit ihrer Umwelt auseinandersetzen und Erfahrungen sammeln zu können. Wir unterstützen und begleiten die Kinder auf diesem Weg.
Aus diesem Bild vom Kind ergeben sich unsere pädagogischen Grundeinstellungen, welche sich aus dem Sächsischen Bildungsplan, dem Leitbild sowie dem KiTa-Rahmenkonzept des Omse e.V.  ableiten. Speziell der  Early Excellence Ansatz gibt uns Impulse und Orientierung für unsere Arbeit mit den Kindern, ihren Familien und der  fachlichen Auseinandersetzung im Team.
Wir arbeiten mit dem Handbuch „Pädagogische Qualität in Tageseinrichtungen für Kinder“ (Tietze) und dem Qualitätskriterienkatalog „Das Berliner Modell – Qualitätskriterien im Early Excellence Ansatz“ (Kühnel und Karkow), um die Qualität in unserer Kita zu sichern und weiter zu entwickeln.


Pädagogische Arbeit mit den Kindern

„Jedes Kind erfährt einen achtsamen und respektvollen Umgang.“

Wir sind allen Kind gegenüber freundlich und kontaktbereit. Uns ist bewusst, dass eine liebevolle und zugewandte Art helfen, dass sich jedes Kind angenommen und wertgeschätzt fühlt.
Wir zeigen den Kindern, dass wir ihre Bedürfnisse und Gefühle anerkennen und ernstnehmen. Gefühlsäußerungen von Kindern werten wir nicht ab.


„Jedes Kind wird in seiner Einzigartigkeit, seinem Entwicklungsstand und seinem Verhalten geachtet.“

Wir unterstützen die heilpädagogisch-integrative  Arbeit in der KiTa. Kinder mit Behinderungen oder Entwicklungsbesonderheiten sind in allen pädagogischen Bereichen an der Gestaltung von Abläufen und Prozessen beteiligt. Wir  achten darauf, dass individuelle  Bedürfnisse von Kindern mit Entwicklungsbesonderheiten als selbstverständlich respektiert werden und vermitteln ihnen, dass ihre Bedürfnisse in gleicher Weise berechtigt sind wie die Bedürfnisse anderer Kinder. Wir  finden Möglichkeiten dafür, dass unterschiedliche  individuelle Interessen und Kompetenzen von Kindern mit und ohne Behinderung einander ergänzen.  Dabei kann es im Rahmen der Gruppenregeln individuell unterschiedliche Regelungen geben, wenn dies durch die jeweilige Behinderung eines Kindes erforderlich ist.
Uns ist bewusst, dass es auch in der Betreuung von Kindern ohne Integrationsstatus gemäß ihrem eigenen Entwicklungstempo und -bedürfnissen zu individuellen Fördermaßnahmen zum Wohle des Kindes kommen muss.


„Jedes Kind kann über die Befriedigung seiner Bedürfnisse selbst entscheiden.“
 
Wir beobachten, wie sich die Kinder und Eltern beim Ankommen und Abholen verhalten. Wir achten darauf, ob sich ein Kind wohlfühlt oder ob es Anzeichen von Stress und Anspannung zeigt. Wir gehen auf das Kind zu, begrüßen und verabschieden das Kind freundlich und mit Namen. Dabei erwidern wir den Wunsch des Kindes nach Körperkontakt auf angemessene Weise, indem wir es beispielsweise  auf den Arm nehmen oder es umarmen. Stellen wir fest, dass sich das Kind nur schwer von seiner Mutter oder seinem Vater trennt, nehmen wir das Kind entgegen und trösten es. Wir bieten uns als Spielpartner an, wenn das Kind nicht in das Gruppengeschehen und zu eigenen Aktivitäten findet.

Die Kinder wählen sich die ihnen passend erscheinenden Mengen an Speisen und Getränken entsprechend dem Alter  selbst aus. Bei Bedarf bieten wir unsere Unterstützung bei Auswahl und Menge  der Speisen und Getränke an. Wir verlangen von den Kindern nicht, ihren Teller leer zu essen, bevor sie z.B. trinken oder eine Nachspeise verzehren dürfen. Wir regen die Kinder an, von allen angebotenen Speisen zu probieren. Dabei überlassen wir die Entscheidung aber stets den Kindern.
Denn Kindern stehen jederzeit Getränke zur Verfügung. Sie können trinken, wenn sie Durst haben. Kinder haben entsprechend ihrer individuellen Fähigkeiten und Fertigkeiten die Möglichkeit, sich das Essen selbst aufzutun, Speisen nachzunehmen, Getränke einzuschenken und das Besteck selbst auszuwählen. Wir bieten ihnen unsere Unterstützung an.
Wir planen so, dass wir während der gesamten Mahlzeit mit den Kindern am Tisch sitzen und das Essen in einer entspannten Atmosphäre verlaufen kann. Die Dauer der Mahlzeiten orientiert sich am Entwicklungsstand der Kinder. Innerhalb dieses Rahmens kann jedes Kind in seinem individuellen Tempo essen.
Wir beachten die Ernährungsgewohnheiten bezüglich der religiösen Zugehörigkeit sowie Ernährungsbesonderheiten von Kindern und halten Rücksprache mit den Eltern.

Die Zeiten für Toilettengang, Wickeln und Körperpflege entsprechen den individuellen Bedürfnissen jedes Kindes. Wir finden eine Balance zwischen Anregungen zur Körperpflege, die für die ganze Gruppe sinnvoll ist (z.B. Toilettengang vor einem Spaziergang) und der Einschätzung einzelner Kinder hinsichtlich ihrer Bedürfnisse (z.B. Einschätzung, nicht zur Toilette gehen zu müssen).

Wir gehen auf die individuellen Einschlaf- und Schlafbedürfnisse jedes Kindes ein. Wir wissen, dass die Kinder ihre Schlafbedürfnisse selbst wahrnehmen und uns ist bewusst, dass Schlaf nicht erzwungen werden kann. Wir ermöglichen, dass jedes Kind entsprechend seinen individuellen Bedürfnissen ruhen oder schlafen kann. Kinder, die nicht einschlafen können oder wollen, bieten wir an, den Schlafraum zu verlassen, sich anzukleiden und mit alternativen Aktivitäten zu beschäftigen.

Wir arbeiten entsprechend der Themen und Bedürfnisse der Kinder verstärkt in Kleingruppen. Dies schließt auch Übergangssituationen, z.B. in der Garderobe oder im Bad mit ein.


Zusammenarbeit mit Familien

„Familien sind in unserer KiTa jederzeit willkommen und werden in die Bildungsprozesse ihrer Kinder sowie die Entwicklung der KiTa mit einbezogen.“

Im Mittelpunkt der Zusammenarbeit mit den Eltern steht das gemeinsame Bemühen um die Entwicklung und das Wohlbefinden des Kindes. Wir wissen, dass ein Kind, welches die Beziehung zwischen seinen Eltern und uns als respektvoll und interessiert erlebt, kann sich bei uns wohl und sicher fühlen.
Vor diesem Hintergrund begegnen wir den Familien, unabhängig von Lebensform und dem kulturellen Hintergrund, respektvoll und treten mit ihnen in einen offenen und konstruktiven Dialog. Wir werten und urteilen nicht über die Familien und tragen dies offen nach außen. Uns ist bewusst, dass die Verschiedenartigkeit familiärer Lebensentwürfe s sowie kultureller Hintergründe eine Bereicherung für die KiTa ist.


Fachliche Auseinandersetzung im Team

Unsere KiTa steht für einen offenen, ehrlichen, fehlerfreundlichen und konstruktiven Diskurs. Die Verschiedenartigkeit unseres Handelns im Sinne des gemeinsamen Grundverständnisses ist eine Bereicherung für das gelingende Aufwachsen der uns anvertrauten Kinder.
Wir sind selbstkritisch gegenüber unserem eigenen pädagogischen Handeln. Besonders in schwierigen oder herausfordernden Situationen unterstützen wir uns gegenseitig. Wir reflektieren gemeinsam und suchen nach Lösungen für unsere weitere pädagogische Arbeit. Bei Bedarf holen wir uns Unterstützung bei der KiTa-Leitung und wissen um die Möglichkeit der Kollegialen Fallberatung und Supervision.

•    Wir lernen gerne, lernen voneinander und bleiben offen und neugierig der Welt gegenüber.
•    Wir sind aufgeschlossen für Ideen unserer KollegInnen und tragen die Entwicklung neuer gedanklicher Prozesse mit. Wir unterstützen uns dabei gegenseitig, geben uns Raum und zeigen Bereitschaft, Kompromisse einzugehen. Wir einigen uns auf bestimmte grundsätzliche Werte und bleiben darüber im Austausch.
•    Wir zeigen ein offenes Verhalten gegenüber unseren KollegInnen und pflegen einen zugewandten und respektvollen Umgang miteinander. Wir geben uns gegenseitig  angemessenes Feedback.
•    Wir haben Vertrauen in die fachlichen Kompetenzen unserer KollegInnen und erkennen ihre Ressourcen an.
•    Wir ermutigen uns gegenseitig und probieren  gemeinsam aus. Dabei akzeptieren wir Fehler als unumgängliche Begleiterscheinung von Lernprozessen.